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Franz-Marc-Gymnasium

Argentinien

flagge-argentinien
Basisdaten

In der Mitte der blau-weiß gestreiften Flagge ist eine Sonne abgebildet. Die Hauptstadt von Argentinien ist Buenos Aires. Die Fläche des Landes beträgt 2 780 000 Quadratkilometer. Argentinien hat circa 44 Millionen Einwohner, deren Sprache Spanisch ist.

Lage

Argentinien befindet sich im Süden Südamerika. Zu seinen Nachbarländern gehören Bolivien, Chile und Uruguay.

Klima

IMG_4581Argentinien besitzt alle Klimazonen. Von tropisch, subtropisch, gemäßigt bis kalt.
Im Nordwesten bei den Anden ist es trocken und es herrscht im Sommer eine kurze Regenzeit. Dort befindet sich auch die Hochwüste Puna. Der Westen der Wüste und der steppenhafte und unfruchtbare Monte am Fuß des Gebirges an den Provinzen Mendoza, San Juan und La Rioja zählen unter anderem zu den regenärmsten Orten der Welt.IMG_4584

In den Provinzen Tucumán, Salta und Jujuy bei den Osthängen der Voranden gibt es subtropische Nebelwälder. Diese haben im Sommer durch den Regen der feuchten Ostwinde viel Niederschlag. Jedoch sind sie im Winter sehr trocken. In Richtung Osten grenzt der Gran Chaco an, der aus Trockenwäldern und Dornbuschsavannen besteht. Genau wie in der Region der Sierras Pampeanas gibt es Niederschläge hauptsächlich im Sommer. In beiden Regionen beschränkt sich der Niederschlag in Richtung Westen.

IMG_4583Der Nordosten Argentiniens und die Pampa-Region sind ganzjährig feucht. Trotzdem gibt es im subtropischen Regenwald von Misiones die meisten Niederschlagsmengen. Im Süden, den Patagonien, befindet sich die Westwindzone, welche dafür sorgt, dass dort die westliche Seite höhere Niederschläge als die Östliche aufweist. Die kühlen und immerfeuchten Anden wirken als eine Art Mauer für die feuchten Pazifikwinde.

Dadurch bleibt das östlich angrenzende, patagonische Schichtstufenland trocken und halbwüstenhaft. Hier sorgt der Pamero-Wind, der regelmäßig alle ein bis zwei Wochen südwestlich her weht für das Klima. Jedoch fehlt im südlichen Teil des Feuerlands, eine Inselgruppe, die Barriere der Anden. Deshalb wird das Klima von pazifischen und atlantischen Wirkungen beeinflusst. Dort sind die Niederschlagsmengen relativ hoch und die Temperaturen zeigen nur kleine Unterschiede zwischen Sommer und Winter.IMG_4582

Kultur

Es ist als Geburtsland des Tangos bekannt, doch dort begründet der Tanz eine kulturelle Identität, die zum Selbstverständnis der Argentinier, auch Portenos aufgrund der Nähe zum Wasser bzw. Häfen genannt, beiträgt. In Argentinien zählen aber neben der Musik und dem Tanz auch die Texte der Lieder, da diese oft eine spezielle Form der Poesie enthalten. Geprägt ist das Land aber vor allem durch europäische Einflüsse, angefangen in der klassischen Musikszene. Das Teatro Colon, dessen Standpunkt in Buenos Aires liegt, besitzt ein Philharmonisches Orchester und gehört mit zu den besten Opernhäusern der Welt.

Doch auch die Musikrichtung des Jazz erfreut sich in Argentinien großer Beliebtheit. Davon zeugt das jährlich dort stattfindende Buenos Aires Jazz Festival, neben zahlreichen anderen die dort veranstaltet werden. Doch auch alte Musikstile der Popmusik wurden dort wiederbelebt, wie etwa der Tanz des Cuarteto oder die urbane Musik von Cordoba. Die Theaterszene bietet von Laien bis hin zu professionellen Gruppen alles was das Herz begehrt, sehr bekannt ist besonders die Gruppe “De la Guarda”, die Tanz, Musik, Akrobatik und Theater in ihren Aufführungen vereint. Doch auch die Kunstszene ist durchs Europäische geprägt, so ist besonders die Graffiti und Street Art Scene und New Pop Art populär.

Auf dem Filmgebiet gehört es zu den Pionieren des Stummfilms. Die Bandbreite der beliebtesten Sportarten reicht weit, von Polo, zu Motorsport wie der Ralley, über Rugby, Basketball sowie Hockey, wo die Nationalmannschaften zur Spitze der Welt gehören. Doch die größte Leidenschaft der Argentinier ist der Fußball, deren erster Verein wurde daher schon 1893 gegründet und zählt damit zu den ältesten der Welt. Er gewann 14x die südamerikanische Fußballmeisterschaft und 2x die Fußball-Weltmeisterschaft. Auch bekannte Spieler wie Diego Maradona und Lionel Messi stammen aus Argentinien.

Tierwelt

Die Tierwelt Argentiniens variiert ebenso wie ihr Lebensraum entlang der Länge des Landes sehr stark. So kommt es vor, dass man im Norden Argentiniens auf verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ozelote und Tapire trifft, während im Süden Pinguine, Seelöwen, Seebären, Mähnenrobben und See-Elefanten aufzufinden sind. Außerdem befinden sich in südlichen Gewässern Südkapern, Orcas, Delfine, Seehechte, Sardinen, Markrelen und Dorados. In den östlich gelegenen Pampas hingegen lassen sich eher Tiere, die auf eine offene Graslandschaft angewiesen sind, sehen, wie Gürteltiere, Mähnenwölfe, Pampasfüchse und Pampaskatzen.

Oft gesichtete Vogelarten dort sind Nandus, Falken und Reiher. Die meisten Tierarten befinden sich jedoch im nördlich gelegenen Regenwald-Gebiet. Verschiedene Bärenarten wie Wasch- und Nasenbären sowie Ameisenbären halten sich gerne dort auf. Reptilien sind im Norden ebenfalls nicht selten, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass man dort Schlangen und Alligatoren zu Gesicht bekommt. Bekannte Vogelarten wie Kolibris, Flamingos und Papageien sind im Regenwald beheimatet, ebenso wie die in Flüssen lebenden Piranhas und viele weitere verschiedene Fischarten.

Wirtschaft

Aufgrund des argentinisch-typischen Klimas ist die Wirtschaft des Landes hauptsächlich durch die Agrikultur und den damit verbundenen Industrien geprägt. In den 1950er Jahren war Argentinien eines der reichsten Länder der Welt und hatte ein Wohlstandsniveau welches vergleichbar mit anderen Einwanderungsländern wie Kanada und Australien war, jedoch fiel es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wegen Krisen von einem hohen Entwicklungsstadium auf ein mittleres Niveau zurück. Heutzutage wird es als Schwellenland (am Anfang oder ein einem fortgeschrittenen Prozess der Industrialisierung) bezeichnet aufgrund der Kindersterblichkeits- und Armutsrate, jedoch ebenso wegen dem Niveau der Wirtschaft. Jedoch gibt es seit den 1990er Jahren Tendenzen, die auf eine Umkehr dieses Prozesses weisen.

Die Landwirtschaft bestimmt traditionell die Wirtschaft Argentiniens und trägt auch heute noch gemeinsam mit der Produktion von Energieträgern den größten Teil der argentinischen Exporte bei. Die zwei wichtigsten Sektoren in der Landwirtschaft sind Ackerbau und Viehzucht. Trotz der langen Küstenlinie und den stark bewaldeten Gebieten spielen die Fischerei und die Forstwirtschaft nur eine untergeordnete Rolle. Anders als in Nachbarländern spielt der Bergbau in Argentinien nur eine geringe Rolle, wobei landesweit nur Nichtmetalle abgebaut werden. Die einzigen Abbaugebiete für Metalle liegen im Andenraum, in der Provinz Catamara, Jujuy und Santa Cruz. Von großer Bedeutung dagegen ist die Extraktion fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas, wobei Kohleextraktion dabei weniger bedeutend ist. Die traditionellen Lagerstätten von Erdöl und Erdgas liegen im Nordwesten, östlich des zentralen Andengebiets, sowie an der Atlantikküste Patagoniens. Argentinien ist aufgrund der massenhaften Produktion von Brennstoff in der Lage seinen innerländischen Bedarf zu decken und einen Teil für den Export freizugeben.

Vegetation​​​​​​​

Argentinien ist mit einer Fläche von ca 2,8 Millionen m² der zweitgrößte Staat Südamerikas. Seine Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 3694 km, die von Westen nach Osten an der breitesten Stelle 1423 km, somit ähnelt das Land einem langgezogenen Dreieck. In den warmfeuchten tropischen und subtropischen Regenwäldern im Norden wachsen Pflanzen wie Rosenhölzer (Dalbergia), Guajakholzbäume (Guaiacum officinale), Palisander (Jacaranda mimosifolia) und Quebracho-Bäume (Schinopsis lorentzii), aus denen Gerbsäure gewonnen wird, aber auch Palmen.

Der ebenfalls im Norden befindliche Gran Chaco verfügt über eine savannenartige Vegetation, welche von den Algarrobo-Bäumen (hauptsächlich Prosopsis alba und Prosopsis nigra) dominiert wird, jedoch kommt Quebracho auch vor. Der Süden und Osten des Chaco mit seinem milderen Klima wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, während der Norden noch weitgehend ursprünglich ist.
Die Pampa ist geprägt von ausgedehnten Graslandschaften mit verschiedensten Gräsern. Von Eukalyptus (Eucalyptus), amerikanischen Platanen (Platanus occidentalis) und Akazien (Acacia) abgesehen, finden sich hier keine Bäume, hinzugefügt wird, dass die ersteren beiden Gattungen nicht heimisch sind.

Der Grund liegt nicht im Klima der Region, das eine Bewaldung durchaus zulassen würde, sondern in der Beschaffenheit des feinen, steinfreien Bodens, der die Gräser gegenüber den Bäumen in der Evolution bevorzugte. Aufgrund der Bodenqualität ist auch eine landwirtschaftliche Bebauung gut möglich, so dass sich nur noch wenig ursprüngliche Vegetation erhalten hat.
Da Patagonien bereits im Schatten der Anden steht, lässt sich hier nur eine karge Landschaft finden. Hier herrschen wie in der Pampa auch die Gräser vor, die Vegetation ist aber den wesentlich trockeneren Gegebenheiten angepasst, somit findet man verschiedene krautige Gewächse und Sträucher. Aufgrund des steinigen Bodens ist Getreideanbau nicht möglich, stattdessen werden die Graslandschaften als Schafweide genutzt.

In den Vorgebirgen der südlichen Anden und auf Feuerland finden sich ausgedehnte Nadelwälder mit Fichten (Picea), Zypressen (Cypressus), Kiefern (Pinus), Zedern (Cedrus) und anderen Nutzhölzern. Nahe der chilenischen Grenze gibt es vereinzelte Gruppen von Scheinbuchen (Nothofagus). Eine Besonderheit ist der Pehuén (auch Araucaria genannt), eine nur in den Südanden heimische Baumart mit einem langen Stamm und einer ausgeprägten schirmförmigen Baumkrone, dessen Baumgrenze bei etwa 2000m liegt.

In den trockenen, nördlichen Hochlagen der Anden finden sich in den ariden Halbwüsten viele Kakteen und Dornsträucher. Die Flora ähnelt der von Patagonien.

Touristische Sehenswürdigkeiten

Die Iguazu- Wasserfällle gehören zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Argentiniens. Sie bestehen aus 20 kleinen und 255 großen Wasserfällen, wobei die größten unter ihnen eine Höhe von 82 haben. Sie befinden sich an der Grenze zu Brasilien, ihr Hauptwasserfall ist der Garganta del Diablo, auch Teufelsschlund genannt. Seit 2011 werden die Wasserfälle außerdem zu den Sieben Weltwundern der Natur gezählt.

Ebenfalls sehenswert ist der Perito-Noreno-Gletscher in Patagonien, südwestlich von Santa Cruz. Seine Gletscherzunge sperrt und staut damit das Wasser des Largo Argentino auf, bis er sich schließlich periodisch entleert. Zudem ist er einer der meistbesuchtesten Orte des als UNESCO-Weltnaturerbe eingestuften Nationalparks Los Glacioles.

Die Plaza Mayor, das Herz der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, ist ebenfalls ein beliebtes Anlaufsziel von Touristen, da sie nicht nur den Gründungsplatz des Landes darstellt, sondern auch Schauplatz politischer Kundgebungen sowie Demonstrationen in der Vergangenheit war und somit ein Stück Geschichte Argentiniens ist.

Das Feuerland, im Spanischen auch Tierra del Fuego, ist eine Inselgruppe im Süden Argentiniens. Früher war sie als Magellanica bekannt, nach Ferdinand Magellan, einem der ersten Weltumsegler. Auf der Insel befindet sich der 630 Quadratkilometer große Nationalpark Tierra del Fuegro, welcher als Schutzgebiet für subantarktische Wälder fungiert. Zu seinen Attraktionen gehören Gletscher, tiefe Täler und Schluchten, Seen und Torfmoore wie beispielsweise die Laguna de Negra.
Auch der Fitz-Roy zählt zu beliebten Ausflugszielen der Touristen. Der 3406 m große Granitberg in den Anden gehört zu einer der Hauptattraktionen des Nationalparks Los Glaciares. Er ist zudem im Wappen der Provinz von Santa Cruz zu sehen.

Besondere historische Ereignisse

Die ersten Besiedelungen, 15 000 v. Chr., waren von Nordamerika aus. Es gab viele Stämme, wie Het und Techeules in der Pampa-Region, die nicht sesshaft waren und sich ebenfalls nicht technologisch groß entwickelten. Als jedoch die Spanier kamen änderte sich das. Stämme wie beispielsweise Diaguital von Nordwesten waren schon architektonisch fortgeschrittener und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Im 13. und 14. Jahrhundert erweitere sich das Inka-Reich nach Süden hin.

Im Jahr 1502 reisen die ersten Europäer in die Region. Im 16. Jahrhundert kolonisierten die Spanier einmal von Peru aus und beanspruchten den nordwestlichen Teil Argentiniens. Sie kamen auch vom Atlantik aus und besiedelten die Río de la Plata und damit unteranderem Buenos Aires.
Durch den Eindruck der französischen Revulotion und den Koalitionskriegen in Europa wurde am 25.05.1810 die Unabhängigkeit Argentiniens in Buenos Aires erklärt. Zuerst hatte es nur lokale Wirkungen, doch dann gab es einen Befreiungskrieg gegen die kolonisierten Spanier. Die Unabhängigkeit wurde danach am 09.07.1816 in San Miguel de Tucumán eingeführt.
In der Zeit zwischen 1816 und 1880 leiteten Diktaturen und Bürgerkriege die Entwicklung des Landes. 1853 wurde die Argentinische Republik gegründet, jedoch ohne Buenos Aires. Außerdem wurde eine neue Verfassung geschrieben. In den Jahren 1861 und 1862 hatte Buenos Aires militärische Auseinandersetzungen. Deshalb schloß sie sich der Argentinischen Republik an. Anschließend wählte man landesweit den ersten Präsidenten, Bartolmé Mitre.
Von 1880 bis 1912 wanderten viele Spanier und Italiener ein und lebten in Städten und sogenannten “Kolonien”.

Es bestand auch eine Scheindemokratie mit einem Wahlbetrugssystem. Zudem hatten die Einwanderer kein Stimmrecht.
Der Offizier und Volksheld Domingo Perón wurde 1946 zum Präsidenten gewählt und führte den Peronismus an. Während des 2. Weltkriegs war Argentinien neutral und sympathisierte mit den Achsenmächten. Jedoch am Ende des Weltkrieges unterstützte das Land Alliierte. Außerdem war es ein Zufluchtsort für viele Flüchtlinge von Europa. Nach dem Krieg war es wie ein Unterschlupf für Nationalsozialisten und Faschisten.
1976 gab es erneut einen Militärputsch, sodass eine Militärdiktatur unter Jorge Rafael Vielda entstand. Bis 1978 ergab sich ein offener Staatsterror, bei dem circa 30 000 Menschen verschwanden. Darunter waren viele Studenten, deren Mütter sich vereint haben, um zusammen vor dem Regierungsgebäude am Plaza de Mayo zu demonstrieren, damit sie über den Verbleib ihrer Kinder informiert werden.

Ab 1983 ist Argentinien wieder demokratisch. Der erste Präsident der Demokratie war Raúl Alfonsín, der wegen einer schwerwiegenden Wirtschaftskrise 1989 zurücktrat. Seine Stelle übernahm Carlos Menem. Er ersetzte den Peso durch den US-Dollar, was zuerst erfolgreich war, in seiner 2. Amtszeit aber merkte man die schlechten Seiten daran. Von 1998 bis 2002 ergab sich erneut eine starke Wirtschaftskrise und der 3. Präsident wurde gewählt, Fernando de la Rúa, der wenig Erfolg bei der Verbesserung der Krise hatte. Wegen Unruhen und Rauben trat er 2001 zurück. Danach gab es längere Zeit Interimpräsidenten. Ab dem März 2003 war Néstor Kircher erfolgreich Präsident, denn er überwand die Krise und verbesserte allgemein die Situation des Landes. An seiner Stelle war ab 2011 seine Ehefrau, die die erste weibliche, lateinamerikanische Präsidentin ist. Ende 2019 wurde Alberto Ángel Fernádez zum Präsidenten erklärt.

Quellen

argentinien.de: https://argentinien.de/tierwelt-natur/
wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_Argentiniens
https://de.wikipedia.org/wiki/Geographie_Argentiniens
nationalflaggen.de