Feedback
Franz-Marc-Gymnasium

Wie kommen die Fische in die Wüste?

Veröffentlicht am 26. April 2018

Veranstaltungen

Die zentrale Sahara – „Wie kommen die Fische in die Wüste?“

„Von den großen Seen des Holozäns zur heutigen Wüste“ (Baumhauer, 02-2013): Am Institut für Geographie und Geologie der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg erforscht eine Arbeitsgruppe die zentrale Sahara (vgl. Abb. 1). Aus dem heutigen Kenntnisstand zur Oberflächengestaltung können die Grundzüge der Klima- und Landschaftsgeschichte dieser Region während der letzten 10 000 Jahre abgeleitet werden.

Diesen Sachverhalt nahm Prof. Dr. Roland Baumhauer (Dekan der Philoso-phischen Fakultät I der Universität Würzburg und Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Physische Geographie I) zum Anlass, auf Einladung der Fachschaft Geographie, Einblicke in die Untersuchungen in der Wüste Sahara zu geben (Vortrag am FMG: 07.03.2018).

SaharaSeit 1977 führte die Arbeitsgruppe in wechselnder Besetzung insgesamt 15 mehrmonatige Expeditionen in die südliche zentrale Sahara durch (seit 2009 ist das Untersuchungsgebiet allerdings aufgrund der unklaren und prekären Sicherheitslage nicht zugänglich). Der Untersuchungsraum erstreckt sich zwischen 17° und 23° nördlicher Breite und 11° und 15° östlicher Länge (vgl. Karte).

Seit dem letzten Hochglazial (Hochphase der letzten Eiszeit) vor rund 18 000 Jahren, herrschten im Untersuchungsraum aride, d. h. trockene, klimatische Bedingungen. Allerdings vollzog sich dort vor ca. 11 000 bis 12 000 Jahren ein heftiger Klimawandel und damit verbunden ein Wandel in der Oberflächenstruktur der Landschaft. „Das belegen weiträumige limnische Ablagerungen in dieser Region, also Ablagerungen aus Seen“ (Baumhauer, 02-2013). Die Ursachen des damaligen Klimawandels liegen in der Verzahnung verschiedener Windsysteme. Es wird davon ausgegangen, dass sich damals ein jährliches Niederschlagsvolumen von ca. 400 mm ergeben hat. Diese klimatischen Verhältnisse endeten allerdings vor ca. 3000 Jahren v. Chr. und es folgten die bis heute bekannten vollariden Bedingungen, welche für die Seenbildung definitiv nicht geeignet sind.

Neben diesen wissenschaftlichen Aspekten berichtete Prof. Baumhauer ebenfalls über die Bedingungen und persönlichen Strapazen und Hürden während der Expeditionen (z. B. über die Beschaffung von Visa und Einreisegenehmigungen, Begegnungen mit Wüstentieren usw.).
Dieser Fachvortrag fand im Rahmen des Geographieunterrichts der 8. Klasse statt, da hierbei, in Anlehnung an die Lehrplaninhalte des Kapitels „Klima- und Vegetationszonen der Erde – Tropen und Subtropen“, den Schülern praxis-orientiert – von einem Experten – wissenschaftliche Untersuchungen und persönliche Einblicke aus dem im Unterricht behandelten Erdteil näher gebracht werden konnten.   

Quelle: Baumhauer, Prof. Dr. Roland (2013): Die zentrale Sahara – 10.000 Jahre zwischen Weide und Wüste. in: Akademie aktuell 02-2013

Für die Fachschaft Geographie – StR Florian Krönert