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Franz-Marc-Gymnasium

Verdun

2017

Eine Delegation aus Hohenlinden und Markt Schwaben machte sich auch 2017, am Donnerstag, 14.09. auf den Weg nach Lothringen. Mit dabei waren wieder 6 Schülerinnen und Schüler der Q11 des Franz-Marc-Gymnasiums in Begleitung von Frau Dr. Jung-Strauß und Frau Weigert.

Ein Bericht dazu folgt in Kürze.

2016

Vom 3. bis 6. Juni 2016 fand die Erinnerungsfahrt „1916 – 2016 – 100  Jahre Verdun“  der Gemeinde Hohenlinden statt. Teilnehmen durften auch 6 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrerinnen des Franz-Marc-Gymnasiums. Das Franz-Marc-Gymnasium bedankt sich an dieser Stelle für den großzügigen Zuschuss zur Fahrt für die Lehrerinnen und Schülerinnen und Schüler von € 750,- bei der Bayerischen Einigung e.V.  und der Bayerischen Volksstiftung.

Der folgende Beitrag unserer Schüler wurde auch in der Ausgabe 03-04/2016  (70. Jahrgang) des  Bayernspiegels  – Zeitschrift der Bayerischen Einigung und Bayerischen Volksstiftung unter dem Titel „Blog aus dem Gymnasium Markt Schwaben: Schüler-Gedenken an Franz Marc in Verdun“ abgedruckt.
Diese dreitägige “Erinnerungsfahrt” zum Thema “100 Jahre Erster Weltkrieg” führte die Reisenden zu einigen denkwürdigen Orten rund um Verdun.

Schülerbericht

Freitag, 03.06.2016

Wir sind in aller Frühe aufgestanden, um unsere Reise nach Verdun anzutreten. Während unser Frühstück mit Brezn, Wurst und Kuchen am Autobahnrastplatz noch bayerisch angerichtet war, wurden wir beim Mittagessen in Batzendorf mit typisch elsässischem garnierten Sauerkraut in Frankreich begrüßt. Mit diesen beiden Pausen überstanden wir die lange Busfahrt gut und kamen abends pünktlich zum Abendessen in dem Restaurant unseres Hotels „Place de la Gare“ in Saint Mihiel nahe Verdun an. Dort bekamen wir ebenfalls ein typisch französisches Vier-Gänge-Menü. Danach fielen wir erledigt von der anstrengenden Fahrt und mit Vorfreude auf die kommenden Tage in unsere Betten.

Samstag, 04.06.16

verdun_karteAm Samstag besichtigten wir das Museum „Mémorial de Verdun“, um die Ausmaße des Ersten Weltkrieges nachvollziehen zu können. In diesem konnte man unter anderem Zitate und originale Briefausschnitte der im Krieg kämpfenden Soldaten lesen, zum Beispiel auch von dem Maler Franz Marc. „Inmitten der maßlosen und grauenhaften Bilder, die ich erlebe, ist dieser Gedanke an die Rückkehr in die Heimat wie ein strahlendes Licht im Dunkeln. Mach Dir keine Sorgen, ich werde es überleben.“ Diese Zeilen schrieb Franz Marc seiner Frau wenige Stunden, bevor er starb. Das Lesen solcher Worte regte in uns allen Nachdenklichkeit und Unverständnis über die Folgen des Krieges, sowie die Gewalt, die dort herrschte, an.

Danach besuchten wir das Beinhaus von Douaumont, sahen dort einen beeindruckenden Film über die Schlacht von Verdun, und ehrten in einer kurzen Zeremonie die gefallenen Soldaten. Ist man dem Grab von 138.000 Menschen so nahe, bekommt der Krieg und der mit ihm verbundene Tod eine ganz andere Bedeutung. Plötzlich erscheinen die Schicksale der Soldaten präsenter und es wird einem klar, wie schrecklich der Krieg war.

Vor einer Woche weihten Angela Merkel und Francois Hollande im Beinhaus eine neue Inschrift im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft und des gemeinsamen Andenkens an alle Opfer des Ersten Weltkriegs ein, welche wir natürlich auch betrachteten.

Um uns nach den traurigen und nachdenklichen Momenten im Gedenken an den Ersten Weltkrieg zu stärken, kehrten wir in Saint-Maurice zum Mittagessen ein. Direkt im Anschluss waren wir in Vaux-lès-Palameix im Bürgerhaus eingeladen, wo uns Mirabellenschnaps und Madeleines angeboten wurden. Mit dem örtlichen Bürgermeister und Historiker besuchten wir ein Denkmal des 4. bayerischen Infanterieregiments von 1915, welches die Gemeinde in naher Zukunft restaurieren will. Des Weiteren zeigten sie uns einen zerfallenen Schützengraben, durch den wir uns  in die Zeit vor 100 Jahren zurückversetzt fühlten. Unglaublich, in welcher Enge, welcher Gefahr die Soldaten leben mussten. Auf der  Fahrt ins Hotel konnten wir mit eigenen Augen sehen, wie viele steinerne Zeugen im ehemaligen Kriegsgebiet von der vergangenen Zeit berichten. Brunnen, Tafeln, Kreuze, Mauern – sie alle sind in den Wäldern um Verdun aufzufinden. Erst um acht Uhr abends kamen wir wieder am Hotel an und genossen erneut unser französisches Abendessen mit bayerischer musikalischer Begleitung.

Sonntag, 05.06.2016

verdun_gedenktafelUm an das Leid, den Schmerz und die Toten des Ersten Weltkriegs zu gedenken, besuchten wir am Sonntag zunächst einen Trauergottesdienst und eine militärische Gedenkfeier in dem zerstörten Ort Beaumont. Diese war sehr feierlich und wurde durch Blasmusik untermalt. Mittags stiegen wir auf  den 46 Meter hohen Turm des Beinhauses von Douaumont und hatten einen herrlichen Ausblick auf die Wälder in dem Gebiet zwischen Maas und Mosel. Ein bedrücktes Gefühl bekamen wir bei dem Anblick der 14 000 Kreuze der gefallenen Soldaten in der Region. Die katastrophalen und unmenschlichen Umstände des Ersten Weltkriegs, insbesondere in der Schlacht um Verdun, wurden uns dabei bewusst.

Daraufhin aßen wir in der nahe gelegenen Pilgerraststätte einen köstlichen Karamellkuchen zur Nachspeise. Am Nachmittag konnten wir aktiv zu dem Erhalt der deutsch-französischen Freundschaft beitragen, indem wir bei einer Gedenkfeier Briefe des verstorbenen Franz Marc, die er während seines Kriegsaufenthalts geschrieben hat, vorgetragen haben, um die Entwicklung seiner Einstellung zum Krieg und seiner eigenen Situation darzustellen. Dabei konnten wir Schüler einer französischen Schule kennenlernen, die dieselben Briefe in der französischen Übersetzung vortrugen. Außerdem durften wir mithelfen, eine Linde aus Hohenlinden zu pflanzen, welche symbolisch für die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland steht. Daraufhin wurde von den beiden Bürgermeistern der Gemeinden Hohenlinden und Fleury-devant-Douaumont einen Stein mit Inschrift enthüllt und präsentiert. Nochmals wurde die deutsch-französische Freundschaft durch dieses Zusammenwirken und Beisammensein bekräftigt. Abschließend besichtigten wir das zerstörte Gebiet des Dorfs Fleury-devant-Douaumont, dabei verspürten wir großes Entsetzen, dass nichts außer Hügel, die durch Granateneinschläge entstanden sind, davon übrig geblieben ist.

Montag, 06.06.2016

verdun_grabAm letzten Tag besuchten wir zwei kleine Dörfer, in denen wir zu Ehren von Franz Marc Blumengestecke niederlegten, da er in der Nähe des ersten gefallen ist und in dem zweiten Dorf kurzzeitig begraben war. In Etain konnten wir ein Museum zu der traditionellen Puppenherstellung und eine kleinen Ausstellung zu Franz Marcs Leben und Werken besuchen. Zu Mittag aßen wir in dem Gemeindesaal von Gincrey mit lokalen Politikern Quiche Lorraine, ein traditionelles und sehr leckeres Gericht aus der Region Lothringen. Um kurz nach zwei Uhr traten wir, leicht verspätet, die Heimreise an.

Abschließend

ist zu sagen, dass die Fahrt nach Verdun eine perfekte Möglichkeit war, um uns die geschehenen Ereignisse näherzubringen, unvergessliche Eindrücke zu sammeln und viele interessante Gespräche zu führen, eben ein voller Erfolg. #tight #lit #Quiche4Life

Wir möchten uns bei der Gemeinde Hohenlinden für die Fahrt nach Verdun und bei der Bayerischen Volksstiftung/ Bayerischen Einigung für die finanzielle Unterstützung ganz herzlich bedanken.

Dominik Aschenbrenner, Sabine Buchmann, Lisa Heimisch, Rebecca Mühlhauser, Nicolas Reisinger und Paula Zimmermann, auch im Namen unserer Lehrkräfte Doris Ceeh und Elfriede Jung-Strauß.

Presse

Die französische und deutsche Presse hat über die Reise nach Verdun berichtet, so finden sich ausführliche Artikel zum Beispiel im Münchner Merkur oder auch dem “L’EST RÉPUBLICAIN”:

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